Jetzt, wo ich nichts mehr für die Uni tun muss, geschieht so unglaublich viel, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Probieren wir es mal chronoligsch.
Meine Mitbewohner und ich haben zusammen gewichtelt…wir haben sogar jeder eine Liste angefertigt mit Wünschen, welche eigentlich der beste Teil war, da alles von unrealistisch wie „Motivation für die Uni (Anastasija, Norwegen)“ bis hin zu ernst gemeint wie „eine verdammt wirklich echt supergroße Tasse, in die eine anständige Menge Tee passt (Caitlin, Schottland)“. Ich habe Alex (Norwegen) gezogen, alles auf seiner Liste war Bier oder anderer Alkohol (der hier in Norwegen UNGLAUBLICH teuer ist, was sogar ich weiß, die nie Alkohol kauft, weil sie ihn nicht trinkt). Jedenfalls habe ich ihm ein Trinkspiel und drei verschiedene Dosen Bier gekauft (die niedlichen 0.33-er, da für mehr das Geld nicht gereicht hat). Caitlin hatte mich gezogen und ich habe viele wundervolle Dinge von meinem dänischen Lieblingsladen: flying Tiger bekommen: ein Papierfliegerbastelset, welches wir auch vor unserem Abschied zusammen ausprobiert haben, drei kleine niedliche Quietschenten, drei kleine niedliche Notizbücher, zwei schicke Bilderrahmen und ein Notizbuch in Form von diesen Klappen, die man zusammenhaut wenn man im Film ACTION schreit…Wir haben die Wohnung sogar wunderbar weihnachtlich dekoriert dafür. Die Schneeflocken sind von mir, und zwei von Ioanna (Griechenland) weil ich ihr gezeigt habe, wie man Schneeflocken bastelt.

Mit meinen Mädels: Conny, Larissa und Megan hatte ich zusammen ein Weihnachtsessen…das weihnachtliche daran war der Gløgg danach, schmeckt fürchterlich, und die Musik im Hintergrund…aber es war trotzdem wunderbar, einfach nur zu quatschen und zu essen.
Freitag war das letzte Mal boxen für mich und Kristen, wir waren furchtbar traurig, besonders weil wir unseren Trainer doch so lieb gewonnen haben. Wir haben uns sogar von ihm verabschiedet und er hat unsere Topform in der Stunde gelobt. Wir haben uns diesmal wohl nicht so dumm angestellt.
Am Wochenende war Papa zu Besuch und nach einer anfänglichen Miskommunikation über den Treffpunkt, haben wir uns dann doch irgendwann irgendwie gefunden…nennen wir es Weihnachtswunder. Freitag wollten wir uns daraufhin erstmal kurz den Sonnenuntergang vom Opernhaus ansehen, leider hat es sich sehr schnell bewölkt und wir haben es nur erahnen können. Abends haben wir Pizza gegessen, ich würde hier noch einmal gerne festhalten, in was für einer verkorksten Gesellschaft wir doch leben, weil ich mich da noch immer drüber aufregen kann: warum darf man als Erwachsener keine Kinderportionen bestellen? Wenn das Restaurant nun einmal nur Einheitsportionen anbietet und man wie ich zum Beispiel ein sehr handlicher Mensch ist, der zudem noch in einer Gesellschaft lebt, in der es durchaus vorteilhafter ist dünner als dicker zu sein (persönlich halte ich nichts von diesem gesellschaftlichen Standard, jedoch kommt er mir hier gerade recht). Soll ich nun etwa nur eine Vorspeise bestellen, falls so etwas überhaupt angeboten wird? Oder soll ich einfach die Hälfte wegwerfen, weil ganz ehrlich, einpacken und später essen geschieht sowieso nicht. Naja, es lief dann darauf hinaus, dass Papa und ich uns eine Pizza geteilt haben. Samstag sind wir dann durch etwa ganz Oslo gelaufen, von Aker Brygge nach Youngstorget und so weiter und so fort.
Montag war die Redaktions-weihnachtsfeier von PUTSJ, wobei mir einfällt, dass diesen Monat mein erstes Foto in einer Zeitung veröffentlicht wurde. Wir haben uns bei Dina getroffen, ich habe Muffins mitgebracht, Marte hat Kekse und Gløgg mitgebracht und wir haben Mariokart und „wer bin ich“ gespielt und ich habe Susanne und Dina die Haar geflochten. Es war wirklich ein netter Abend. Ich werde die Redaktion sehr vermissen.
Mittwoch früh ging es dann auf nach Bergen zusammen mit Conny (Deutschland) und Larissa (Niederlande), die Zugfahrt war wirklich unglaublich schön, aber auch unglaublich lange mit sechs einhalb Stunden. Nachdem wir endlich unseren Weg in die Unterkunft gefunden hatten, sind wir einmal kurz los in die Stadt gezogen um ein paar erste Eindrücke zu gewinnen und Essen zu kaufen. Abends haben wir dann Spaghetti mit Tomatensauce gemacht und einen Weihnachtsfilm angesehen. Donnerstags sind wir zuerst mit der Bahn nach Fløyen gefahren, von dort oben hat man eine wunderbare Aussicht auf Bergen.
Leider hat es als wir dort angekommen waren, angefangen in Strömen zu regnen. Eigentlich wollten wir in einem Cafe dort oben verweilen und danach ins Tal wandern…bei dem Regen haben wir uns dann entschieden nach ein bisschen Gucken und Fotos machen, wieder die Bahn zurück zu nehmen. Daraufhin sind wir bei diesem Schietwetter auch erstmal in diverse Läden gegangen und haben sogar jede etwas Erfolg beim shoppen gehabt.
Freitag sind wir dann aber wirklich wandern gegangen und wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter, in Bergen heißt das nur vereinzelter Nieselregen. Wir sind nach Stoltzekleiven gewandert…naja, mehr so viele furchtbar schiefe, schräge, kleine und fiese Treppenstufen auf und ab gestiegen. Weil es nur Stufen sind, war die Winterjacke viel zu warm…und da ich leicht gepackt habe oder vielleicht auch einfach, weil ich ich bin, war ich darauf garnicht vorbereitet…ich war ja auch ganz ohne Plan, was man in Bergen so tut, losgefahren. Jedenfalls habe ich den Berg mit einem normalen und einem Wollpulli erklommen, welches sogar wirklich angenehm warm war…außer oben, wo es einfach nur scheißewindig war (es tut mir leid, das lässt sich wirklich nicht anders ausdrücken, wenn man leicht verschwitzt ist und nichts windabweiseneds trägt). 
Die Aussicht war jedoch nicht zu verachten. 
Wobei ein weniger diesiger, nebeliger und nieselregnerischer Tag, sicher besser gewesen wäre…In unserer Unterkunft angekommen, haben wir erstmal 1.5l der guten Maggi Rittersuppe, die Papa mitgebracht hatte, gegessen, danach ging es einigermaßen wieder. 
Abends haben wir uns dann mit Megan (USA) und ihrer Freundin Emily getroffen, die für eine Stippvisite auch in Bergen waren.Wir waren zusammen erst Essen und dann in einem Irish Pub…wo auch sonst. Samstag sind wir dann nochmal Bergen erkunden gegangen und bis zum Ende der Landzunge gelaufen, die man im obigen Bild erkennen kann. Auf dem Rückweg haben wir noch in einem Cafe rast gemacht, welches verschiedene Sorten an hausgemachten Keksen verkauft, welche man sich nach belieben auf einen Teller legen kann, dieser wird dann abgewogen und man bezahlt nach Gewicht. Die Kekse sind übrigens auch furchtbar lecker und der Tee wohl auch.
Die Welt braucht mehr solcher Cafes! Danach haben wir uns diese eine rote Kirche mit rotem Dach angesehen…leider fing es auf einmal an in Strömen zu regnen…typisch Bergen, also haben wir noch Essen gekauft und sind ’nach Hause‘ gefahren. Sonntag sind wir vor unserer Abfahrt noch einmal in die Stadt gefahren, weil noch etwa zwei Souvenirs fehlten, Nachmittags sind wir dann auch wieder mit dem Zug zurück gefahren…extrem langweilig, wenn man sich keine schöne Landschaft ansehen kann und auch das Gefühl hat, den Gegenübern schon alles aber auch wirklich alles erzählt zu haben.

Heute morgen hatten wir in Oslo dann noch ein Abschiedsfrühstück (also wir = Conny, Larissa, Megan (und Emily) und ich). Es war schon etwas aber doch nicht so traurig wie erwartet…
Das wars jetzt auch erstmal… 1148 Wörter bis jetzt ouff…wer will das denn lesen? Naja, ich muss es ja nicht lesen, ich hab’s ja geschrieben…ich packe dann mal weiter, hier sieht es nämlich gerade aus wie bei Hempel’s unterm Sofa…
Wer das lesen will…Deine Familie natürlich!!!
Die freut sich über jeden neuen Eintrag 🙂
Und bald bist Du wieder daheim – in etwa 47 Stunden landest Du in Hannover.
Zurück ins beschauliche Höxter, Provinz statt Abenteuer Großstadt 😉
Driving home for christmas!
Lieber Kuss
MAMA