Ich stehe auf einem Schlitten gezogen von Hunden

Endlich fertig.

Es tut mir wirklich leid, dass ich mich so lange nicht melden konnte, aber abgesehen davon, dass es nichts spannendes zu erzählen gäbe, hätte ich auch keine Zeit gehabt um davon zu berichten. Da das Semester hier schon viel eher anfängt, als in Deutschland, ist es auch viel eher vorbei und die Klausuren sind schon im November und Dezember und nicht erst im Januar und Februar. Somit habe ich den Großteil der letzten Wochen damit zugebracht, den Stoff zu lernen, zu lesen und in drei Klausuren (zwei zuhause und eine in der Uni) zu Papier zu bringen. Bald kommt schon das erste Ergebnis, hoffentlich hat sich der ganze Stress gelohnt.
Direkt nach meiner letzten Klausur, der an der Uni, habe ich mich dann Abends nach Trondheim auf den Weg gemacht, mit einem kleinen Zwischenstop bei Larissa, wo wir noch mit Conny und Megan, welche die selbe Klausur geschrieben hatte, zu Abend gegessen haben. Richtig, ich habe nämlich den Übernachtzug genommen. Leider hat das Geld nicht mehr für ein Bett gereicht, aber dafür gab es umsonst ein Paket mit Decke, aufbasbarem Kissen, Oropax und Schlafmaske…Also genau den Dingen, die ich ohnehin eingepackt hatte, weil ich ja meist bis an die Zähne bewaffnet bin…naja, der Gedanke zählt.

Am ersten Tag in Trondheim habe ich hauptsächlich in einem netten Cafe namens Fairytale gesessen, Cupcakes verspeist und mich erst einmal von dem Stress erholt. Am Donnerstag bin ich dann früh morgens mit dem Zug nach Kopperå (etwa ein einhalb Stunden in Richtung Schweden) gefahren um dort zu lernen einen Hundeschlitten zu fahren. In dem kleinen Pupskaff, in dem der  Zug insgesamt nur vier mal täglich fährt (ich beschwere mich nie wieder über Züge zuhause!!!) und auch nur auf Anfrage hält, lag ganz schön viel Schnee.

Nach Ankunft auf dem Hundeschittengelände, habe ich schnell meine…okay, Mamas Schneehose angezogen und musste dann die Hunde ausfindig machen, die meinen Schlitten ziehen sollten (ich hatte eine Liste mit Namen), diese dann davon überzeugen mit mir mit zu kommen und sie nicht davon laufen lassen, beim führen zum Schlitten, das war garnicht so einfach, diese fantastischen Biester haben verflucht viel Energie und freuen sich wie ein Kind am Heilig Abend.

dsc_0232Als dann alle Hunde eingespannt waren, ging es auch direkt los. Im Grunde musste ich garnichts machen, weil sie dem Schlitten von der Hundeführerin hinterher gelaufen sind…“Im Grunde“ aber auch nur. Es ist garnicht so einfach, auf zwei schmalen Holzkufen zu stehen, sich festzuhalten, ab und an, einen Fuß auf die Bremse zu setzen um nicht aus der Kurve zu fliegen und dann den Schnee von der Kufe zu kratzen um den Fuß dort wieder absetzen zu können. Das weitaus schwierigste ist jedoch, wenn der Schlitten dann doch mal umgefallen ist, ihn wieder aufzurichten. Sobald der Schlitten nämlich steht, wollen die lieben Hundchen weiterlaufen, jedoch steht man selbst noch nicht auf dem Schlitten…also muss man um jeden Preis festhalten und probieren, einen Fuß auf die Bremse zu bekommen. Garnicht so leicht alles. Aber eine wirklich schöne Art die Natur zu erkunden. Denn mit einem Hundschlitten, kann man wunderbar auch durch den ca. 60cm, wenn nicht mehr, hohen Neuschnee fahren. Mein Schlitten wurde übrigens nur von Mädels gezogen, von vorne links nach hinten rechts haben wir da: (hab ich vergessen), Bella, Bell, Rødejenta, Yatzee, Gerogia.

Nach einiger Zeit haben wir eine Pause gemacht und Mittagessen auf dem offenen Feuer gekocht. Danach ging es auf den Heimweg…gegen Ende kam es mir so vor, als ob meine Hunde müde wurden…als ich ihnen danach jedoch das Geschirr abgenommen habe und sie zurück zu ihrer jeweiligen Hütte gebracht habe, war davon jedoch keine Spur. Notiz an mich selbst: Leg dir niemals einen Husky zu, außer du hast vor, ihn vor einen Schlitten zu spannen.

Dann bin ich auch schon wieder zum Bahnhof gewandert, wo ich dann noch circa vier Stunden warten musste, zum Glück hat mich der Bahnhofstyp in die Wartehalle gelassen. Der Zug kam etwa 4 Minuten zu spät und weil der Typ mit mir warten musste (wahrscheinlich, damit ich nicht vor den Zug springe oder damit dieser auch wirklich für mich hält) hat er mir auch erzählt, warum der Zug zu spät war. Hier würde ich einmal kurz erwähnen, dass in bei der Deutschen Bahn 4 Minuten nichtmal erwähnenswert sind. Also meinte der Typ ganz trocken zu mir, dass der Zug gleich kommt, er hätte nur gerade einen Elch über/angefahren…UPPS! In Deutschland wäre dieser Zug erst übermorgen angekommen und ich würde noch immer in diesem Wartehäuschen sitzen.

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Den Tag drauf bin ich dann durch Trondheim gezogen und habe das Musikmuseum Rockheim besucht. Das war ein großartiger Spaß. Musikinstrumente selbst ausprobieren, Karaoke singen und ganz viel A-ha! Leider hat es den ganzen Tag geregnet und ich hatte ohnehin Kopfschmerzen. Das gute am alleine Reisen ist, dass man sich nicht schlecht fühlen muss, wenn man sich entscheidet einfach mal garnichts zu tun, man lässt ja niemanden im Stich.

Am Tag meiner Abreise bin ich trotzdem noch einmal durch Trondheim gelaufen und habe mir ein paar Sehenswürdigkeiten angesehen und abgelichtet, bevor ich mich für 7.5h in den Zug zurück nach Oslo gesetzt habe. Tada!_dsc0312

0 Gedanken zu „Endlich fertig.&8220;

  1. Hallo Sophia!
    Welch ein tolles Erlebnis!
    Dann hat sich Dein Traum erfüllt, das hast Du Dir nach dem Klausurstress aber auch verdient.
    Ich bin auf die weiteren Bilder gespannt, und Du hast auch ein Video bekommen?
    Mona wäre bestimmt auch sehr gern mitgefahren, allerdings nur im Schlitten 🙂
    Jetzt freu Dich erstmal auf den Besuch aus der Heimat !!!
    Und ich freu mich auf Dich – lieber Kuss
    MAMA

  2. Hy, liebe Sophia, erst einmal herzlichen Dank für deinen Glückwunsch-haben dich vermisst, holen es aber (schon in grosser Erwarung) nach. Dwein Bericht,wie immer, Klasse. und
    attencione, papa ante portas, aber das weisst du ja. Also hjerzlichst deine Greossies

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