Ich in einem Baum,naja einem herabhängenden Ast

Ruhe vor dem Sturm…Und der Heimreise

In Oban angekommen, habe ich direkt zwei nette US-Amerikanerinnen kennen gelernt: Abigail, kurz Abs, aus Alaska und Julie aus Vermont. Aber durch die Reise war ich so tot, dass ich direkt ins Bett gegangen bin. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück bin ich direkt mal in die TouristenInfo gegangen. Ich hab gehört hier kann man einen schönen Tagesausflug mitm Boot machen und sich ein paar der Inseln hier ansehen. Leider fährt der eine Anbieter, den sie dort verkaufen erst Donnerstag wieder (es ist Samstag), aber ich kann es gegenüber beim Busunternehmen versuchen oder auch die Fähre nach Kerrera, die Insel direkt vor Oban, nehmen. Das Busunternehmen fährt auch nicht, weil es anscheinend zu windig ist. Okay, dann vielleicht die Fähre nach Kerrera, aber der Anleger ist außerhalb und dann noch auf der Insel…Ich hab die Schnauze gestirchen voll vom wandern, aber man kann auf der Fähre kostenlos Fahrräder mitnehmen, die man hier in Oban mieten kann. Zufällig hab ich Abs auf der Straße getroffen, Oban ist schließlich ein kleines Dorf. Zusammen wollten wir mal im Fahrradladen nachfragen, wie teuer es ist ein Rad auszuleihen. 25 Pfund, och, das geht doch…leider haben sie Sonntag und Montag zu…ich wiederhole, wir haben Samstag und Dienstag reisen sowohl Abs und ich ab. Gut, ich fahre erst Dienstag abend…dazu später mehr.

Der Blick vom Hostelzimmer, quasi.

Aus Langeweile und Verzweiflung heraus sind Abs und ich einfach eine weile am Wasser entlang gelaufen und haben Oban erkundet und uns kennen gelernt. Auf dem Rückweg, haben wir dann noch eingekauft und den restlichen Tag strickend, lesend und malend im Hostel verbracht…haben ja schließlich genug Zeit. Gut, ich habe Oban mit dem Wissen gebucht, dass es hier nicht viel zu unternehmen gibt…aber nichts ist dann doch etwas weniger als ich dachte.

Abs und ich.

Am nächsten Tag war das Wetter großartig, also sind wir etwas nördlich von Oban an den Strand gegangen und haben uns dort etwas zum Lesen hingesetzt. Auf dem Rückweg haben wir die Tüten auf denen wir gesessen haben zum Müll einsammeln genutzt. Es ist wirklich furchtbar, wie viel Müll hier in Schottland rum liegt…aber ich glaube, da habe ich mich letztens erst drüber aufgeregt. Wir haben drei einhalb Einkaufstüten eingesammelt. Ich bin später noch alleine zum Turm hier in Oban gegangen. Sonst war der Tag ereignislos.

Montag sind wir zusammen zum Aussichtspunkt Pulpit Hill gelaufen…der Name erinnert an Pulpit Rock auch bekannt als Preikestolen in Norwegen…die Aussicht ist die Höhenmeter nicht wert. Selbst die immer-positive Abs war wirklich enttäuscht und so haben wir uns ein neues Ziel gesetzt, was sicher eine bessere aussicht hat. Hinter uns auf einem höheren Berg war ein Funkmast. Das war unser Ziel, welches erstaunlich schnell erreicht war, sobald wir mithilfe von Google Maps Satellitenbildern den Weg gefunden hatten. Von dort erstreckten sich wunderschöne Hügel in grün, orange und leicht rot links von uns. Diese Hügel schrien wirklich danach erklommen zu werden.

So sind wir noch etwas auf den Hügeln entlang gewandert, bis wir auf einer Schafwiese standen. Da wir die Schafe nicht stören wollten und wir ein Schafshorn gefunden hatten und nicht von dem fluffigen Biest, welches dieses verloren hatte, attackiert werden wollten, sind wir umgedreht.

Zurück im Hostel haben wir dann unsere Bücher fertig gelesen…wir hatten wirklich wirklich viel Zeit. Dann kam Julie wieder, sie war die letzten Tage auf Mull, einer der Inseln. So sind wir dann alle an unserem letzten Abend in Oban in den Pub gegangen…bzw in zwei verschiedene Pubs. Aber weil ich noch duschen musste und es allgemein eine dumme Idee gewesen wäre sind wir dann nach zwei Osäften für mich wieder nach Hause aufgebrochen. Dort haben wir dann noch eine Runde Karten gespielt bevor es ins Bett ging.

Oban von oben…entschuldigt, das musste sein.

Mein letzter offizieller Reisetag begann mit relativ frühem Aufwachen zu Wind und Nebel. Zu dritt haben wir dann erstmal alle zusammen gefrühstückt, bevor es ans endgültige packen ging. Dann haben wir uns alle verabschiedet. Trotz bestehendem Wind von 17 Meilen die Stunde, was auch immer das heißt, starken Böhen und einer Hohen Regenwahrscheinlichkeit, hab ich mich entschlossen mir ein Rad zu mieten und auf Kerrera überzusetzen. Pustekuchen. Der Fährmeister meinte, dass es sein kann, dass ich heute nicht mehr zurück komme…da mein Flieger mit oder ohne mich fliegt, hab ich mich nach einer kleinen Krise dafür entschieden einfach die Straße entlang nach Gallanach oder so zu fahren…unterwegs habe ich an jedem Ort der auch nur annährend schön war gehalten.

Irgendwann kam dann das Tor der Grauens. WIESO verkauft und baut man denn bitte ein Haus und dickes, fettes Metalltor, welches nur mit Code oder auf Anfrage aufgeht, auf eine ganz normale öffentliche Straße??? Leider hat die britische Höflichkeit weider abgefärbt, sonst hätte ich einfach alle Kombinationen ausprobiert, bis es explodiert oder so. Naja, dann musste ich wohl umdrehen…erstmal habe ich in der Nähe auf einem Baum, der perfekt als Bank dient Mittag gemacht.

Dann ging es langsam wieder zurück, aber auf einem anderen Weg…Achja, habe ich eigentlich schon den starken Wind erwähnt? Den Gegenwind? Das war wirklich nervig und anstrengend. Aber hey, ich habe noch ein paar Schafe am Wegrand gesehen und mir in Oban schonmal mein Zugticket und noch ein Souvenir geholt. Die Frau im Handarbeitsgeschäft meinte, dass schießmichtotwas Castle auch sonst schön ist und mit dem Rad erreichbar…ich habe mal Google Maps befragt…24 Minuten, okay. 160 Höhenmeter? (Später hat sich rausgestellt, dass es Höhenfuß waren…so oder so, bei den Regenschauern, war es besser so.) Nein danke, ich bin heute schon genug hoch und runter gegurkt…außerdem, bin ich dezent aus der Übung. So habe ich das Rad zurück gegeben, mein Gepäck aus dem Hostel geholt und sitze jetzt im Schokoladencafe. So wie es gerade gegossen hat, bin ich ganz froh, dass ich nicht irgendwo rumgurke. Hier werde ich jetzt sitzen, bis das Cafe um 5 schließt, dann gehe ich in ein Restaurant oder in einen Pub und Esse ne Kleinigkeit, bis um 6 dann endlich mein Zug kommt. Dann fahre ich zu Caitlin und nehme morgen früh den Flieger nach Hause…und so endet dann mein Abenteuer erstmal wieder. Aber in weniger als einem Monat geht es ja schon wieder weiter.

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