Ich und eine Freundin auf einem Berg, der die ganze Insel überblickt

Keine Touristin, viel mehr eine Reisende

Das ist der Start von einem Abenteuer der etwas anderen Art. Ich bin diesmal nicht bloß Touristin, ich bin eine Reisende, wie Ioanna sagt. Freitag bin ich nach Athen aufgebrochen, hier werde ich für einen Monat wohnen und mich um veretzte Schildkröten kümmern. Aber fangen wir von vorne an.

Samstag morgen sind Ioanna, ihre Mutter, ihr kleinerBruder und ich nach Styra auf der Insel Euböa aufgebrochen, auf der Ioannas Familie ein Landhaus hat. Dort angekommen sind wir auch schon direkt zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen. Achja, für alle, die sich nicht mehr erinnern, Ioanna ist meine ehemalige Mitbewohnerin aus Oslo. Es war jedenfalls eine herrliche Wanderung, zwar ohne Schatten und mit Wind, aber wir waren vorbereitet. Bewaffnet bis an die Zähne sind wir also an einer bimmelnden Ziegenherde vorbei durch stachelige Büsche gewandert. Kurz haben wir uns etwas verlaufen, aber wenn man das Ziel sehen kann, ist es nicht schwer den richtigen Pfad wieder zu finden. Oben angekommen haben wir erstmal ein Picnic gemacht. Von dort konnte die Meere auf beiden Seiten der Insel sehen.

Dann wollten wir noch die Dragon Houses sehen, welches interessant gebaute Ruinen sind, die auch dort auf dem Berg stehen. Wir haben uns durch ein Distelfeld gequält, aber haben es geschafft. Auf dem Rückweg, wollten wir noch erkunden, was das eine Schild bedeutet. Wir haben eine nette Bekanntschaft mit einem Esel, Maultier oder Pferd gemacht…schwer zu sagen…ich nenne ihn Apollo 14. Er hat uns das Seitenfenster vollgesabbert, aber sonst war er lieb.

Zurück zuhause haben wir uns erstmal etwas zu essen gekocht und nach ein wenig Ruhe sind wir ans Meer aufgebrochen. Es ist wirklich interessant, wie Leute das Meer wahrnehmen. Für Ioanna war es extrem wellig…sagt man das so? Ich fand es war ziemlich ruhig, aber ich bin ja auch den Atlantik gewöhnt, da ist mehr los. Jedenfalls haben wir uns in die Fluten gestürzt…

Nach dem Abendbrot und einer Dusche sind wir dann noch ins Stadtzentrum von Styra bzw. Neu Styra gefahren und dort an der Strandpromenade entlang geschlendert. Dort haben wir auch eine Fledermaus gesehen, die immer wieder vor und zurück zu einer Laterne über unsere Köpfe geflogen ist.

Am nächsten Morgen gab es nach dem Frückstück erstmal eine Tour über das Gelände des Landhauses und der alten Farm. Neben einem großen Gemüsegarten, in dem es wirklich alles gibt (was wir auch alles Frisch gegessen haben), haben sie auch ein paar Hühner, eine Katze mit Babys, einen Hund und eine kleine Wein- und Olivenplantage. Abgesehen davon ist das Haus wirklich wunderschön. Hier ist ein Foto von der Aussicht der Balkone (die übereinander sind), dort saßen wir eine Weile und haben gelesen.

Vor dem Mittagessen sind wir noch an einen Strand auf der anderen Seite der Insel gefahren, diese Seite ist dem Festland zugeneigt und deshalb sehr windgeschützt, die Wellen sind hier kaum größer als auf dem Godelheimer See. Das Wasser jedoch ist Kristallklar! Unglaublich. Leider ist der Strand ziemlich dreckig, also würde ich euch gerne bitten auf Strohalme und andere kurzlebige Plastikartikel zu verzichten, weil auch wenn sie kurzlebig im Gebrauch sind, auf dem Planeten sind sie länger als eure ungeborenen Urenkel. Also bestellt eure Drinks ohne Strohalm, nehmt einen Metall- oder Glasstrohhalm mit, mit denen kann man eh besser umrühren.

Am Nachmittag ging es dann auch schon wieder zurück nach Athen. Abends waren wir noch mit Mariaelena, einer Freundin von Ioanna, die auch mit uns in Athen war, etwas essen. Ich habe diesen Griechischen Nachtisch probiert, wirklich lecker, aber danach fühlt man sich, als ob man eine Woche nichts mehr essen muss.

Und achja, der Sonntag war übrigens Muttertag. Da würde ich gerne erwähnen, wie lächerlich es doch ist, dass sowohl Jungs ohne Kinder, als auch Väter am Vatertag losziehen und sich besaufen oder sonstwas mit ihren Kumpels machen und nur Mütter am Muttertag den Tag mit ihren Kindern verbringen. Gut, wer keine Kinder hat, kann diesen nicht mit ihnen verbringen. Aber wieso sollten junge Frauen und Mädchen dann nicht auch den Muttertag feiern? Versteht mich nicht falsch, ich hate es in allen Ehren ein Baby 9 Monate lang in sich groß zu ziehen und an dieser Stelle schönen Muttertag, Mama und Oma. Aber Väter werden nicht so gefeiert, obwohl sie sicher auch ihren Teil leisten, also schönen Vatertag, Papa und Opa. Trotzdem ist dieser Doppel-standard echt bescheuert. So habe ich dieses Jahr meinen ersten Muttertag gefeiert, auch ohne Kinder, was Männer können, kann ich schon lange! War echt schön am Strand und beim Essen mit Freudinnen. Dann muss ich nächstes Jahr wohl Papa frühstück ans Bett bringen…krieg ich hin.

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