In Athen habe ich noch einmal im Appartment geschlafen und am nächsten Morgen mit Toni, obwohl sie auch fertig ist und nicht mehr im Center arbeitet, unserer Lieblingsschildkröten behandelt.
Als es an der Zeit war bin ich dann lĺzum Hafen geeilt, weil ewig nicht die richtige Bahn kam. Wie das bei mir so läuft, durfte ich dann im Hafen trotzdem noch vorm Boot ankommen. Wieso beeile ich mich überhaupt.
Am ersten halben Tag auf Agistri habe ich erstmal nichts getan und etwas geschlafen. Alles in allem sollte der Aufenthalt auf dieser Insel, eine Erholung sein, wieso verbringt man sonst vier Tag auf einer Insel, die man innerhalb von wenigen Stunden umwandern könnte.
Aber nur auf der faulen Haut liegen wollte ich auch nicht, deshalb habe ich mir dann ein Fahrrad gemietet und bin etwa 7km über den Berg auf die andere Seite der Insel nach Aponisos gefahren. Ganz blöder Einfall…mir sind hauptsächlich Motorroller begegenet…kein Wunder, bei dem Anstieg. Auch bei Fahrrädern kommt es auf die inneren Werte an. Von Außen strahlt es hellblau und hat einen Korb, praktisch um meinen Rücken zu entlasten, aber außer den Bremsen, hat alles an dem Rad gezickt. Die Gangschaltung schien erst in den höheren Gang zu springen, als man an einem Stück mit Steigung angekommen war, welches man dann im hohen Gang fahren durfte, weil es beim runterschalten ebenfalls hing, bis es wieder bergab ging…oder zumindest so lange, bis ich mich in der allgegenwärtige nHitze etwas zu Tode geschwitzt hatte. Die Bucht war jedoch die Fahrt wert, türkises glass-klares Wasser. Viele Seeigel, mir egal, hatte ja meine Sandalen an und war vorsichtig, will die armen ja nicht verletzen. Viele Schwärme kleiner Fische und ein paar mittelgroße Fische. Ich habe ein paar tote Seeigel aufgesammelt und hoffentlich überleben sie die Reise nach hause. Zwischendurch habe ich noch Plastik gesammelt (manchmal freiwillig, manchmal unfreiwillig, als es sich einfach in meinen Haaren niederließ), meinen Schnorchel verloren und wiedergefunden und im Schatten gelesen.


Auf dem Rückweg habe ich im ersten Dorf eine Pause eingelegt. Der Berg war unerträglich in der Hitze ohne gescheite Gangschlatung und etwas Hunger. Nach einer Protion Zucchinibällchen ging es mir besser und ich hab den Rest auch irgendwie geschafft. Ich hab dann noch etwas am Meer gesessen und gelesen, bevor ich zurück zum Apartment bin und nurnoch tot umgefallen bin.
Der nächste Tag war auch erstmal eher ruhig mit Ausnahme des Abends. Also wieder etwas schnorcheln irgendeiner Bucht, etwas Waschen, anfangen zu packen. Abends, naja gut, spät nachmittags ging es dann auf zum Kayak fahren. Zusammen mit zwei Frauen so um die 60 aus Deutschland und Österreich, die sich einen zweier Kayak teilten und unserem halb griechischen, halb englischen Kayaklehrer/Gruppenleiter, nur geringfügig jünger als die Frauen ging es dann aufs Wasser. In mein eigenen quietschgrünen Kayak ging es dann auf zu einer winzigen unbewohnten Insel vor Agistri. Unbewohnt…aber eine Kirche gibt es trotzdem…und Plastik, ein paar tote und lebendige Vögel und Schlange, die uns zum Glück nicht über den Weg geschlichen sind…hier auf den Inseln gibt es nämlich auch giftige Schlangen.


Wir haben die kleine Inseln einmal umrundet und dann auf der rechten Seite zum Schnorcheln und Picnicen angehalten. Äpfel und Kekse, simpel und lecker. Als die Sonne unterging, sind wir zurück Richtung Festland gepaddelt. So anstrengend es auch war, so viel Spaß hat es auch gemacht. Susanne aus Dortmund, hat mich dann noch zurück zu meinem Appartment gefahren, weil sie nicht wollte, dass ich in nassen Sachen (eine Welle hatte mich volle Breitseite erwischt und bis zum Bauchnabel war ich durchgeweicht) nach Hause laufen lassen.

Heute habe ich nur am Strand gesessen, gemalt, Hörbuch gehört und Plastikmüll eingesammelt. Der ganze Strand war voller Strohhälme, Flaschendeckel, Zigarettenstummel und Styropor. Wenn ich das kurz für sich zusammenfassen darf: Wiederverwendbare Flaschen zum selbst auffüllen verwenden, bei der Bestellung von jedem Getränk „ohne Strohalm“ hinzufügen, einen tragbaren Aschenbecher, wie den von Susanne anschaffen und Styropor müsste ja schon lange aus der Mode sein…außer bei lieferdiensten…halt einfach nur Pizza bestellen oder vielleicht lieber auswärts essen.
Gerade sitze ich beim Familienessen mit Ioannas Familie und so viele haben Schildkröten Namen, es ist wirklich irritierend. Oma Fotini hat gefragt, warum ich so still bin. Naja, weil ich kein griechisch spreche… Toni meinte (danke Internetverbindung) vielleicht muss sie zurück in ihren tank, ob ich sie zum Rescue Centre bringen kann.