Ausgangspunkt: Nordkapp

Als Kind hab ich das Wort Ausgangspunkt nicht verstanden, weil ein Ausgang ist ja eher das Ende z.B. vom Besuch im Museum, aber meine Reise beginnt doch jetzt erst so richtig.

Die Fahrt zum Nordkapp ist wirklich abenteuerlich, enge Straßen, die nicht meine geliebte Mittelmarkierung haben, scharfe Kurven und steile Seitengräben oh und nicht zu vergessen, regnende Tunnel. Kein Witz, in einem der Tunnel regnet es gerade Wasser mit gelösten Sedimenten, sodass man schön dreckig am Nordkapp ankommt. Jedenfalls, gibt es ein extra Leitauto, welches Auto-Kolonnen durch den Tunnel führt, weil man wirklich nich allzuviel sieht.

Trotz aller Widrigkeiten und zwei Rentier-Herden haben wir es letzten Endes geschafft. Das gute Wetter hat uns auch hierhin verfolgt, was tatsächlich ganz angenehm war, da viele nur in den Genuss des Nordkapps im Nebel bzw. in den Wolken kommen. Wir hatten klare Sicht.

Nox und ich am Nordkapp

Das Nordkapp an sich ist jetzt nicht besonders aufregend, es ist viel mehr das wofür es steht, in meinem Fall der Anfang meiner Reise, aber noch viel mehr. Übrigens ist das Nordkapp garnicht der nördlichste Punkt Europas…das ist Knivsjellodden, die benachbarte Landzunge. Hier führt jedoch keine bequeme Straße hin, sondern man muss etwa 9km dort hin und 9km zurück wandern. Nein danke, das ist dann doch etwas sehr intensiv, nachher muss ich den Hund noch tragen…kommt mir nicht in die Tüte bzw. den Rucksack.

Am Abend schlug das Wetter dann um und es wurde sehr sehr windig und als Wahlhamburgerin weiß ich so einiges über Wind. Zum Glück hat mich der Erdkundeunterricht vorbereitet, ich hab geschaut woher der Wind kommt und mit der Schnauze von Tiffy in den Wind geschaut, so konnten wir doch einigermaßen ruhig schlafen.

Am nächsten Tag sind wir noch in zwei Orte hier auf der Insel Mageroya gefahren. (Ja, das Nordkapp liegt auf einer Insel, die durch einen Tunnel mit dem Festland verbunden ist.) Der erste Ort war Skarsvag, von wo aus man zu Kirkeporten wandern kann, das ist diese hübsche Felsformation

Nox und ich am Kirkeporten

Ebenfalls in Kirkeporten gab es eine weiter Rentierherde und da ich nun endlich mal nicht am Steuer saß, gibt es hier auch endlich ein paar gescheite Rentierbilder mit der guten Kamera.

In Hönningsvag war nicht so viel los, dass wir uns nur den Hafen angesehen haben und dann weitergefahren sind.

Der Hafen von Hönningsvag

Soweit mit dem Reisebericht, weil seit gestern haben wir uns nicht bewegt…was daran liegt, dass der Tag sich gewendet hat um 180 Grad…erst hab ich mir beim Zusammenbauen von Nox’s Box meine Hand geklemmt, geschnitten und fies verletzt und dann hat es auch noch mein Seifenspender auf mich abgesehen und mir die Seife direkt ins Auge dosiert. Das brennt 24h später nach reichlich ausspülen immernoch etwas, aber hoffentlich ist es morgen wieder gut genug um ein wenig weiter zu fahren, so spannend ist es hier nun auch nicht…und mit 10 Grad endlich die Temperatur auf die ich vorbereitet war…naja, bevor ich aus versehen das meiste meiner warmen Kleidung nass gemacht habe beim kläglichen Versuch mein Auge auszuspülen…tjaja das gute Reiseleben.

Liebe Grüße von der Mageroya,

Odin (einäugiger Gott der nordischen Mytologie)

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