Nach einem Monat reisen setzt einmälig etwas die Reisemüdigkeit ein und es ist nicht nur entspannend und befreiend sondern auch etwas anstrengend und ermüdend, ständig neue Stellplätze, Wanderungen und Reiserouten, etc. heraus zu suchen. Versteht mich nicht falsch, ich mache es gerne und weiß es zu schätzen, dass ich diese Reise machen kann, aber ich will euch nicht nur die tollen Seiten zeigen, sondern auch die nicht so tollen. Und erklären, warum es eher nur noch einen Beitrag pro Woche geben wird.
Oh und Einsamkeit setzt auch einmälig ein. Seit ich Clem in Schweden zurück gelassen habe, habe ich mich hauptsächlich mit Supermartangestellten unterhalten und die Unterhaltung bezog sich meistens darauf, dass ich keine Tüte und auch keinen Kassenzettel möchte.
Aber zum Glück gibt es ja Gruppen wie Girls Who Travel, da habe ich nachgefragt, ob hier nicht jemand reist oder gar wohnt und so habe ich Samantha aus den USA kennen gelernt. Wir waren zusammen in einem Café und danach noch etwas mit Nox spazieren. Wir haben uns wirklich gut verstanden und sie fängt hier bald ihren Doktor in Medizintechnik an, was wirklich spannend ist. Nox hat sich natürlich auch sehr über die zusätzlichen Streicheleinheiten gefreut. Auch witzig, Samantha hat so Haare wie Nox, nur länger.

Und als ob der Tag noch nicht gut genug lief, hat uns als wir am Auto noch etwas gequatscht haben, ein deutsches Paar mit Baby angehalten um mir von dem Stellplatz zu erzählen auf dem sie stehen und wo noch viel frei ist, falls ich noch was suche. Das hab ich direkt dankend angenommen und bin dort hin gefahren. Da habe ich dann wiederum ein etwas älteres deutsches Paar (auch aus NRW, Gott sei dank, die anderen hab ich kaum Verstanden…Schwaben 😛 müsste meinen ich verstehe die Besser nach 4 Monaten Horb) kennen gelernt, meine neuen Nachbarn.
Beide im Medizinbereich tätig und leider nur 3 Wochen auf Reisen, aber finden es super, dass ich mir die Zeit nehme. Haben uns echt nett unterhalten und ich war sehr dankbar für soziale Interaktion und Nox für Streicheleinheiten. Und am süßesten war, als der Mann später zu mir meinte, ob ich eigentlich auch das Problem mit den Gaskartuschen hier hätte (die von Campingaz gibts hier niergends) und dann hat er mir deren letzte Kartusche geschenkt, weil die ohnehin mit LPG viel mehr kochen und man das ja auffüllen kann an diversen Tankstellen.

Abgesehen von der sozialen Wärme der Menschen, war es ARSCHKALT, kann man nicht anders sagen. Seit etwa einer Woche heißt es nachts Bett ausziehen und Hund zum Kuscheln dazu holen. Oft Heizdecke aufladen, Handwärmer regelmäßig aufkochen und Wärmflaschen machen. Unsere Rekordnacht hatte sogar nur 5 Grad. Noch leben wir, aber es ist wirklich kräfte- und motivationszehrend, wenn man konstant 2-4 lagen trägt und einem trotzdem nur mittelmäßig warm ist. Tagsüber gab es nur selten Sonne und über 13 Grad war es auch nie. Das ist noch sowas beim Leben im Bulli, man kann nicht eben rein ins warme zuhause gehen…außer man hat einen Luxusbulli, aber das ist Tiffy nicht. Und so haben wir in den letzten Tagen diverse Dinge nur kurz gesehen und dann doch lieber irgendwas gelesen unter allen Decken die wir mitgenommen haben. Hier ein paar Bilder:
Oh eins muss ich noch kurz erwähnen, nämlich meine Wecker heute morgen…um 4 und um 10 hat Nox mit durch grummel geweckt und Tiffy hat etwas gewackelt…ich hatte schon kurz Panik bis ich das vertraute gebimmel von Schafsglocken gehört habe. Dann habe ich die Fensterverkleidung abgepult und da waren sie, drei Schafe. Eins hat mich angelächelt, eins hat seinen Popo an Tiffys Stoßstange gerieben (daher das wackeln) und eins ist durch die gegend gelaufen und hat gebimmelt. Nox fand das nicht so lustig. Toller Schäferhund.

Liebe Grüße, fühlt sich jetzt an wie Arktis, könnte ich aber drauf verzichten.
P.S. Keine Sorge, wir haben uns mal einen Stellplatz mit Strom gegönnt und haben den niedlichsten Heizlüfter der Welt im Dauerbetrieb. Und die Zeit im Wäscheraum, als drei Trockner gleichzeitig liefen und die heiße Dusche haben auch etwas gegen die Kälte geholfen.


